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Bernard Borel und Corinne Meser

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Bernard Borel

ist Vater von drei erwachsenen Töchtern, Chefarzt der pädiatrischen Abteilung des Spitals Chablais, Inhaber eines Master-Abschlusses in Öffentlicher Gesundheit des IMSP Genf; er war früher Entwicklungshelfer im sandinistischen Nicaragua der 80er Jahre, Abgeordneter im Waadtländer Grossrat.

   
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Corinne Meser

ist seit 1986 Hebamme, Mutter von 6 Kindern und arbeitet im Geburtshaus Zoé. Sie führt Geburten zu Hause und im Geburtshaus sowie statistische Erhebungen über den Beruf der Hebamme durch.

Physiologische Geburt: Ist die Wahl des Geburtsortes durch die Eltern unwichtig?

Abstract

Vergleichende Auswertung von Geburten im Geburtshaus und in der Frauenklinik des Spitals Chablais in Aigle.

Einführung: Seit zehn Jahren beherbergt das Spital Chablais ein Geburtshaus, das von freiberuflichen  Hebammen unabhängig geführt wird. Gleichzeitig betreut dieses öffentliche Spital Geburten für eine Bevölkerung von ungefähr 80‘000 Einwohnern. Es schien interessant zu sein, eine Auswertung dieser beiden Geburtsorte durchzuführen, die sich in derselben Spitalstruktur befinden.

Material und Methode: Es handelt sich um eine retrospektive Studie, die 386 Geburten im Geburtshaus mit 788 ähnlichen Geburten in der Frauenklinik vergleicht. Die statistischen Analysen wurden mithilfe des SPSS-Programms realisiert.

Ergebnis: Im Geburtshaus setzen die Wehen in 93% der Fälle spontan ein im Gegensatz zu 53% in der Frauenklinik. Im Geburtshaus gibt es dreimal weniger Episiotomien als in der Frauenklinik, ohne dass das Risiko eines Dammrisses signifikant erhöht würde. Das Risiko eines Kaiserschnitts ist viermal kleiner. Die Dilatationsdauer ist im Geburtshaus bedeutend weniger lang als in der Frauenklinik, und die Geburtsarten sind vielfältiger, wobei 50% der Geburten im Wasser oder auf allen Vieren erfolgen. 

Fazit: Die Geburt im Geburtshaus ist wesentlich weniger medikalisiert als in der Frauenklinik, ohne dass ein höheres Risiko für die Frau oder das Kind besteht. Der Ort der Geburt ist also nicht neutral, eine bewusste Wahl der Eltern sehr wichtig.